Kommunikation und beziehungspflege

Friedemann Schulz von Thun hat einmal gesagt: "Leute, die miteinander zu schaffen haben, machen einander auch zu schaffen."

 

Eigentlich ist es jedes Mal ein Wunder, wenn zwei einander verstehen. Wenn wir Menschen kommunizieren, gibt es  - in der Theorie - den Sender, der etwas aussagt (verbal und nonverbal) und den Empfänger (der etwas hört, heraushört) und im besten Falle versteht. 

Im besten Fall! Denn es ist in der Tat ein großer Glücksfall, wenn beim Empfänger in etwa das ankommt, was der Sender herüberbringen wollte. 

Meistens geschieht das nicht ganz so, oft sogar gar nicht. 

Der Empfänger hat seine eigenen Ohren, das heißt, er hat seine eigenen Erfahrungen und Verletzungen gesammelt, er hat seine eigene Tagesverfassung, er hat sein eigenes Bild vom Sender.  

Was er also hört, heraushört, vermutet und interpretiert ist "sein Ding". Der Sender kann das nicht vorhersehen, selbst wenn er den Empfänger gut kennt, kann das noch oft "in die Hose" gehen. 

 

Wenn dann auch noch Emotionen, eine gemeinsame Geschichte, ein Konflikt eine Rolle spielen, wie es in Beziehungen zwischen Kollegen, in der Familie, mit Freunden und in der Liebe nun mal der Fall ist, dann kann das erst recht schnell schiefgehen. 

Plötzlich befindet man sich in einem Missverständnis, einem Streit, in Verletzungen, Angriff und Verteidigung, einer oder beide sind wütend, verletzt, Türen gehen zu. Und keiner wollte das. Die Kommunikation ist nicht gelungen, sie ist missglückt. 

 

Manchmal brauchen wir einfach nur jemanden mit im Boot.

Gute Kommunikation, also Kommunikation, in der man einander achtsam begegnet, zuhört, nicht verletzt, nicht eingreift, in der keiner das Gefühl hat, angegriffen zu werden, oder sich verteidigen zu müssen, kann man lernen. 

Lernen und vor allem dann üben. 

So, dass beide einander wirklich verstehen. 

So, dass der Empfänger auch das versteht, was der Sender sagen wollte. 

So, dass beide am Ende ein gutes Gefühl haben. 

Besonders in Paar- und Familienbeziehungen gibt es häufig  Phasen, in denen die Beteiligten einander nicht mehr verstehen. 

Sie hören sich nicht mehr aufmerksam zu, sie gehen nicht mehr achtungs- und liebevoll miteinander um, sie fühlen sich nicht mehr gehört, gesehen, verstanden, es geht nicht mehr um die Sache und sachliche Inhalte können nicht mehr besprochen werden. Oft sind sie in einer Sackgasse und finden nicht mehr heraus. Das kostet Energie, das erzeugt ein Gefühl der Ohnmacht und vor allem schmerzt es und macht uns traurig. 

Gutes Coaching kann hier die Kommunikation unterstützen und begleiten. In Form eines "Schiedsrichters" in einer Mediation zum Beispiel. 

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg oder auch aktives Zuhören und gelenkte Kommunikation helfen dabei, gelingende Kommunikation wieder zu lernen und sich wieder zu verstehen.

Worte können Mauern sein. Oder Fenster. 

Marshall B. Rosenberg

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